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60 Jahre Obst- & Gartenbauverein Haslach

Geschenke für den Ort

Wenn man Geburtstag hat, dann bekommt man üblicherweise etwas geschenkt. Anders herum machte es der Obst- und Gartenbauverein Haslach anlässlich seines 60-jährigen Bestehens und schenkte etwas her - dem Ort und seinen Bewohnern, der Gemeinde. Und ein wenig auch sich selbst.

Von Birgit Spies


Zwei selbsterklärende Zeichen des Schaffens und der Anliegen des OGV Haslach können von nun an in der Ortsmitte unmittelbar vor der Zehntscheuer betrachtet werden: Eine restaurierte alte Obstpresse und eine ebensolche Mühle berichten ohne Worte von der Obstverarbeitung in früherer Zeit. Noch immer funktionsfähig, jedoch gegen ungewollten Gebrauch gesichert, präsentieren sie sich als stumme Zeugen der Geschichte. Ihre Metallteile wurden entrostet und mit einem frischen Anstrich verstehen, frisch abgeschliffen wurde ihr Holz und die Beschriftung nachgezogen. Vor zahlreichen Zuschauern und mit Kurt Kaupp, dem Vorstand des OGV Haslach, und seinem Stellvertreter Dieter Bräuning wurden beide Geräte am gestrigen Sonntag enthüllt.

Weil es seine Idee war, erläuterte auch er alles Wissenswerte den Zuhörern, unter ihnen auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger: Der stellvertretende OGV-Vorsitzende und Haslacher Ortschaftsrat Bräuning arbeitet in Reutlingen. In Pfrondorf bei Tübingen kaufte er einer Erbengemeinschaft Mühle und Presse ab, um sie mit seinen Vereinskollegen wettergeschützt im mit historischen Ziegeln gedeckten Fachwerk-Unterstand feierlich der Öffentlichkeit zu übergeben. Bräunings besonderer Dank galt der Haslacher Familie Lohrer, die den Platz vor der Zehntscheuer zur Verfügung stellt.

Zehn Tage lang hatten die Mitglieder des OGV geschafft, um die offen einsehbare neue Behausung der beiden landwirtschaftlichen Geräte zu errichten. Stellvertretend für Ortsvorsteher Ulrich Vogelmann und auch für Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler gratulierte der stellvertretende Haslacher Ortsvorsteher Dieter Ulmer zum Jubiläum und überbrachte doch auch ein Geschenk - in Form eines Kuverts. Ulmer lobte das große ehrenamtliche Engagement des OGV Haslach im Angesicht schlechter werdender Bedingungen im Streuobstanbau.

Dickes Lob für Vereinsarbeit

Ebenfalls ein Geschenk, jetzt in Form eines mit ausgesuchten Leckereien gefüllten Kistleins, überbrachte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine, Eugen Schuker, gemeinsam mit Willy Brösamle aus dem Kreisvorstand. Schuker zählte die regelmäßig wiederkehrenden Aktivitäten des OGV Haslach auf - von der Veranstaltung der Blütenwanderung über den Blümlesmarkt bis hin zum Schnittkurs und zur stets schnell ausgebuchten Lehrfahrt. Nicht nur für seine Mitglieder schaffe dieser Verein, auch für die Bevölkerung. Schuker erinnerte an die mit dem OGV Herrenberg organisierte, schon länger zurückliegende Sternwanderung und auch an den 2006 von den Haslachern organisierten Kreis-Obst-und-Gartenbautag und lobte schließlich das "weitsichtige Denken über den Tellerrand hinaus" für den 2007 in Zusammenarbeit mit dem Plenum Heckengäu vorgenommenen Kauf der Passier- und Entsteinmaschine, die auf dem Vorplatz der Jakobuskirche am Sonntag zu betrachten war. Bevor sich die vor Zehntscheuer und ihren neuen Schmuckstücken Versammelten die 100 Meter in der für den Verkehr gesperrten Hohenzollernstraße dorthin zurück und damit zum eigentlichen Festplatz bewegten, erfreute ein Vortrag eines schwäbischen Lobgedichts auf den Most von Magda Röhm die Zuhörer.

Gottesdienst macht den Auftakt

Gleichermaßen Platz gaben vor der Kirche aufgestellte und beschattete Biertisch-Garnituren - für einen von Pfarrerin Helma Lietz und Kirchengemeinderätin Andrea Perschke geleiteten und vom Posaunenchor Gültstein unter der Leitung von Ernst Binder begleiteten Freiluft-Gottesdienst sowie dem vom OGV ausgegebenen, dem Regionalen verpflichteten Mittagsmahl.

Auch ein Nachmittagsprogramm hatte sich der Verein, der einst von einem guten Dutzend Männern gegründet worden war und auf inzwischen 120 Mitglieder angewachsen ist, für seine Festbesucher ausgedacht. Voll Spannung erwarteten die Kinder, dass sich auf dem Vorplatz der Kirche das Glücksrad für sie dreht. Ebenfalls für sie bestimmt war das Erzeugnis aus dem für den Nachmittag vorgesehenen Schaupressen: reiner, frischer Apfelsaft. Mehr an die Erwachsenen richtete sich die Tour, die Hermann Haas und Willy Hämmerle durch Haslach unternahmen und die von Kurt Kaupp geleitete Vorerntebesichtigung im Baumfeld.

Quelle: Gäubote vom 24.09.2009

Das Festprogramm:


  • 10.00 Uhr:
    Ökumenischer Gottesdienst
  • 11.15 Uhr:
    Öffizielle Übergabe einer überdachten, historischen Mostpresse und Obstmühle an die Öffentlichkeit
  • 11.45 - 13.15 Uhr:
    - Mittagessen
    - Original Haslacher Mostbraten mit Beilagen
    - Salatteller der Saison
    - Original Haslacher Eisdessert mit heimischen Früchten
    - Weitere warme Speisen im Angebot
  • 13.30 Uhr Vorerntebesichtigung durch das Haslacher Baumfeld
    oder
    Besichtigung des alten Ortskerns mit historischen, markanten Punkten in Haslach
  • Kaffee & Kuchen / gemütliches Beisammensein
  • 14.00 - 16.00 Uhr:
    Kinderprogramm
  • 15.30 Uhr:
    Historisches Schaupressen von Kernobst

Anschließend gemütlicher Ausklang bis 18.00 Uhr. Das Jubiläum fand auf dem Dorfplatz in der Ortsmitte statt.

Aktualisiert: 26.12.2011