Die Haslacher Vereine präsentieren:
Frühschoppen mit Mac's Combo
Es waren keine Zuhörermassen, die am Sonntagvormittag ins Rathaus Haslachs strömten, um "Macs Combo" zu hören. Aber das tat dem Vergnügen keinen Abbruch, die drei Musiker begrüßten ihr Publikum dennoch mit flottem Jazz, ergreifenden Balladen und dem einen oder anderen kuriosen Ausflug in den schwäbischen Sprachraum.
Wobei man dann auch sogleich auf glaubhafte Weise erfuhr, weshalb das so ist, weshalb Volker Mall, der am Flügel saß, Stücken wie "As Time goes by", "Misty" oder dem "Basin Street Blues" einen Text in der Ländleszunge verpassst hat: "Mei Frau isch ja Anglischdin, und die sagt, das i des net ausschbrecha ko, des Englische." Also: "Guck mi o, sihschd nur die Hälfte von dem Mo" oder "s heilt mit dr Zeit", das hätte auch Humphrey Bogart beruhigt, wenn er es denn verstanden hätte.
Ein Stück wie Herbie Hancocks "Watermelon man" spielen Volker Mall und Mac Eichele, der gelassen an seiner Bassgitarre zupft, schon seit mehr als 30 Jahren gemeinsam, verrät Mall zwischendurch. Eichele ist aus Tübingen, Mall natürlich aus Haslach, und der Dritte, jüngere im Bunde, Wolfgang Roos, stammt aus Reusten und spielt das Saxofon. In dieser Formation sind sie schon viele Male aufgetreten, dass am Sonntagvormittag im Haslacher Rathaus, wo zum Jazz Butterbrezeln und Sekt gereicht wurden, kaum 30 Gäste erschienen, lag wohl am ehesten daran, das viele potenzielle Zuhörer um diese Jahreszeit wohl eher Après-Ski-Lieder zusammen singen, was ganz gewiss ein Unterschied im Niveau ist.
Vor dieser kleinen Zuhörerschar, die den Rathaussaal gerade einmal zur Hälfte füllte, spielte das Trio unermüdlich, machte immer wieder mal Pause und wurde von Volker Mall auf die gewohnt knappe, kauzige Weise moderiert ein Stück zum Beispiel sagte er an als "I know why Halbschmalz". Es stammt aus der Glenn-Miller-Story.
Von Miller findet sich auch die "Moonlight Serrenade", die einzige Eigenkomposition des Bandleaders, im Repertoire der Combo hier ließ Volker Mall das Publikum den Titel raten. Andere Stücke aus der überreichen Playlist der Musiker: "I cant give you anything but love", "How high the moon", "Autumn Leaves", von Mall im französischen Original gesungen, "What a difference a day makes", und, und, und. "Macs Combo" spielt mal schwungvoll ein temporeiches Stück, mal anschmiegsam einen dieser "Schmachtfetzen", die man sonntagvormittags natürlich gerne hört, Volker Mall begleitet die Songs mit wohlklingenden Figuren, Wolfgang Roos Saxofon malt schöne Melodien, der Bass von Mac Eichele belebt das Ganze unaufdringlich und bei Henry Mancinis wunderbarem Song zum Film "Breakfast at Tiffanys" kann man den Pianisten mit besonderer Hingabe singen hören, diesmal in Englisch: "Theres such a lot of world to see."
VON THOMAS MORAWITZKY - Gäubote, 11.02.2008


