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Kehrwochen - Kommunikation...

 

Den (manchmal) ungewollt kommunikativen Effekt der Kehrwoche beschreibt dieser Eintrag:

Ich wollte ja eigentlich nur von Frau Schulze die Sache mit der Kehrwoche geklärt haben.

Zum Wochenende hin mache ich mich also an die Arbeit. Mit Besen, Eimer, Handfeger und Kehrblech frisch ans Werk! Kaum ist meine Putzaktion im Treppenhaus hörbar, kommt Frau Schulze die Treppe runter und schaut meiner Arbeit zu. Sie prustet: "Vergessen Sie nicht, das Treppengeländer abzuwischen, die Fußmatten auszuschütteln und der Trittstein vor der Haustür muss geschrubbt werden, aber nicht im Winter, sonst fällt noch jemand!" - "Keine Panik, ich werde das schon richtig machen", stammele ich.

"Na ja, Sie sind ja noch ein junges Ding und haben vom Putzen noch nicht so viel Ahnung. Wenn ich Ihnen etwas zeigen soll, sagen Sie‘s nur, dann lernen Sie‘s wenigstens gleich richtig!" flötet Frau Schulze und verschwindet wieder in ihren vier Wänden.

Alte Leute können ja ganz schön nervig sein! Aber ich versuche, sie einfach zu verstehen. Vielleicht hat sie ja mit ihrem Mann nicht gerade ein leichtes Leben und als Rentner den ganzen Tag zu Hause, da ist Putzen und Nachbarn beobachten halt zum Lebensinhalt geworden.

Trotzdem nehme ich mir vor, sie davon zu überzeugen, dass auch junge Leute nett und hilfsbereit sein und vor allen Dingen auch Treppenhäuser putzen können.

Als ich zur Arbeit gehen will, kommen mir Schulzens vom Einkaufen entgegen. Sie spricht mich an: "Na, müssen Sie zur Arbeit? Es geht mich ja gar nichts an, aber wo arbeiten Sie eigentlich? Man muß sich ja schließlich über die Leute in seiner Nähe informieren." - "Ich arbeite im Supermarkt an der Kasse", sage ich. "Ach Gott, da verdienen Sie aber auch nicht die Welt, und dann die ganzen Ausgaben, Miete, Auto und alles das." - "Ich hab es eilig, ich muss jetzt, wiedersehen", weiche ich aus.

Als ich abends nach Hause komme, treffe ich Frau Schulze wieder im Treppenhaus: " Wissen Sie eigentlich, dass Sie auch Rasen mähen und Schnee schieben müssen, Fräulein?" - "Jetzt ja", sage ich trocken. Frau Schulze macht mit mir einen Rundgang ums ganze Haus und zeigt mir, wo ich Rasen zu mähen habe und wo ich Schnee schaufeln muß.

Also besorge ich mir Rasenmäher und Schneeschaufel. Ich habe zwar noch nie Rasen gemäht, aber einmal ist immer das erste Mal und Übung macht den Meister!

 



Aktualisiert: 26.12.2011