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15. und 16. Jahrhundert - Krieg...

Kriegerische Zeiten

Ehe wir uns der Glaubensneuerung in unserer Landschaft zuwenden, müssen wir die kriegerischen Begebenheiten dieser Zeit schildern. Durch das ganze Jahrhundert ziehen sich militärische Musterungen von 1516 bis zum großen Glaubenskrieg (1633) hin. In den einzelnen Rollen mit jährlich drei „Wahlen" sind jeweils wenige Haslacher mit meist armer Ausrüstung („Spieß ohne Rüstungen", keine Hellebarden), evtl. noch Schützen und Fuhrleute zur Begleitung von Ross und Wagen vermerkt

 

Zum „Ernstfall" war es im Bauernkrieg von 1525 gekommen. Herrenberg wurde vom „Christlichen Haufen", zu dem auch der Haufen vom Gäu und der Schwarzwaldhaufen gestoßen waren, belagert, erstürmt und geplündert. Sein Gegner Jörg Truchseß, der Führer des Schwäbischen Bundesheeres, lagerte am 10. 5. vor Haslach und rieb die heimlich abgezogenen Aufständischen erst am 12. 5. bei Böblingen-Sindelfingen auf.
Sehr rasch fasste die Reformation in Herrenberg wie in Haslach Fuß, nämlich 1537, und bis 1540 war die Kirchenvisitation beendet.
Haslach hat bis ins 19. Jahrhundert hinein keine eigenen Kirchenbücher. Die Herrenberger Register, in die auch alle kirchlichen Vorkommnisse unseres Dorfes eingetragen sind, beginnen mit dem Buch der Taufen (1558 — 1638) und Trauungen (1579 — 1644) sowie dem ersten Totenbuch (ab 1631).
Mißernten, vor allem in den Jahren 1623, 1626, 1627 brachten Armut und Teuerung mit sich. Dann folgten im Dreißigjährigen Krieg Einquartierungen, Kontributionen und Plünderungen. Obwohl Württemberg Frieden hatte, legte Wallenstein im Jahre 1627 und dann wieder 1630 seine ausgehungerten Söldnerkompagnien in unser Gebiet. Dazwischen waren Verducksche und Hildowsche Reiter einquartiert, die viel Unfug trieben und großen Schaden anrichtete. Nach einer Tabelle des Chronisten Vogt Heß ging während des großen Glaubenskrieges die Zahl der Bürger in Haslach von 47 im Jahre 1634 auf 15 (1652) zurück. Wohlgemerkt: Hier sind Frauen, Kinder und das Gesinde nicht mitgezählt.
Im Jahre 1654 waren noch 396 Morgen Äcker und Weinberge unbebaut (vergleichsweise in Nebringen 356, in Herrenberg bloß 210 Morgen). Im Kriege zählte man in Haslach 42 verbrannte Häuser, in Nebringen 19, in Herrenberg vor allem infolge des großen Brandes von 1635 deren 260. Die französischen Eroberungsfeldzüge von 1688 — 1697 brachten dem Gäu neue Not. Hatte der große Krieg die Bevölkerung des Landes um ein Drittel vermindert, so sank sie diesmal um ein Viertel.
Als erster ständiger Schulmeister in Haslach wird am 4. 9. 1632 Hans Hettinger konfirmiert; er wird schon 1629 als Einwohner des Ortes genannt. In der folgenden, für das Dorf trostlosen Zeit, war weder ein Schulmeister noch ein Meßner (1641), später ein solcher meist in Personalunion, vorhanden.
Am 15. November 1692 gingen das Forsthaus und die Scheuer zu Haslach aus Unvorsichtigkeit in Flammen auf.

 



Aktualisiert: 26.12.2011