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Das neue Haslach

Haslach wächst

Das "neue" Haslach 

Nun setzt ein neuer, bis in unsere Tage dauernder Abschnitt der Dorfgeschichte ein. Die Aussicht, in Haslach wohnen zu bleiben, war bei dem Fehlen von Arbeitsplätzen und Verkehrsverbindungen äußerst gering. So begann sehr bald das Abwandern in verkehrsgünstige Wohnorte mit dem nach und nach einsetzenden Angebot von Einstellungen.

 

Dies wird durch die Statistik der Einwohnerzahlen deutlich:
1939: 460 Einwohner
1950: 640 Einwohner
1960: 560 Einwohner (!)
1970: 745 Einwohner
Etwa vom Jahre 1960 an setzt die innere Veränderung des Ortes ein. Sie ist kein Einzelfall, sondern erfaßt mehr oder weniger alle Dörfer der Bundesrepublik, soweit sie nicht in reinen, abseits gelegenen Agrarbezirken lagen. Zunächst war von der Strukturumwandlung noch nichts zu spüren gewesen. Nach dem Kriege entstanden die Gemeinschaftsgefrieranlage und das Gemeindeschlachthaus, früher schon das Gemeinde-Backhaus, der Farrenstall und das Waschhaus. Dazu kam ein Lagerschuppen der Spar- und Darlehenskasse. Außerdem suchten fünf Aussiedlerhöfe das Dorfinnere aufzulockern.
Die zunehmende Motorisierung, bald auch die regelmäßige Omnibus-Verbindung mit Herrenberg, lockte bei zunächst noch günstigen Grundstückspreisen Siedlungswillige an, in Haslach sesshaft zu werden. Der private Pkw brachte die Angestellten und Werktätigen verhältnismäßig schnell zu ihren Arbeitsplätzen, auffallend oft zu Daimler-Benz nach Sindelfingen und zur IBM nach Böblingen, weniger häufig nach Stuttgart oder Herrenberg.
Zwar war die Landwirtschaft des Dorfes bemüht, sich auch in ihrer Ausstattung und Feldbestellung zu modernisieren. Die erste Flurbereinigung war bereits 1910 in Richtung Nebringen erfolgt, eine zweite 1922 für die nördliche Hälfte der Ortsmarkung. Ein drittes beschleunigtes Verfahren wurde 1960-62 durchgeführt. Trotzdem kann für 1975 die Zahl der Haslacher Vollbauern nur noch auf etwa 10 geschätzt werden. Ungefähr 12 Nebenerwerbsbetriebe mit größerer Ackerfläche werden genannt, in denen 1 oder 2 Familienglieder einer Lohnarbeit nachgehen. Im Jahre 1956 wurden noch 90 Milchlieferanten gezählt, 1975 sind es deren 18. Natürlich gibt es noch zahlreiche Kleingrundbesitzer, also Werkstätige, die zur „Beinützung" Kartoffeln, Gemüse und Obst, sogar Viehfutter anbauen.
Beachtlich bleibt, dass der Ortskern im äußeren Dorfbild wie in der inneren Zusammensetzung sich im wesentlichen behauptet hat. Beweis sind die neuen Siedlungen, die überall an den Ortsrand gedrängt wurden.
Natürlich bringen die jungen Familien auch Kinder mit sich. So hat die neue Wohngemeinde vom Ort allerlei Dienstleistungen verlangt: 1970 Bau eines neuen Kindergartens. Er entspracht mit damals zwei Klassenzimmern für je 30 Kindern und einem größeren Gruppenraum den Anforderungen, nachdem bis dahin der Rathaussaal und anschließend das „Schule" (Gemeindehaus) diesen Zweck erfüllen mussten.
Das gilt nicht für die Grundschule. Da im jetzigen Gebäude nur zwei Klassenräume vorhanden sind, wäre ein An- oder Neubau erforderlich. Nach dem geltenden Schulgesetz wird aber ein solcher nur genehmigt, wenn für jede Altersstufe mindestens zwei Parallelklassen gesichert sind. So müssen die Grundschulklassen 3 und 4 seit September 1972 bzw. 1973 die Schulbus-Fahrt zur Vogt-Heß-Schule in Herrenberg in Kauf nehmen.
1968 entsteht ein neuer Sportplatz mit Sportheim auf der Flur Häring, 1975 ein neues Blockhaus im Wald, in der Abteilung Leimengrube, bestimmt als Waldfestplatz für die Haslacher Vereine, und als Raststätte für Wanderer.

 



Aktualisiert: 26.12.2011