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Kirchengeschichte

Jakobuskirche und der "Haslacher Altar"

Glockenweihe in Haslach, 17.05.1953 

Anno 1470 wird als erster Schultheiß Heintz Koler genannt. Wie Mühlhausen — offenbar bei Gründung der Gäustadt — wurde Haslach zwischen 1310 — 1325 in das neu errichtete Kirchspiel St. Marien zu Herrenberg einverleibt. Spätestens 1360 befand sich hier gemäß dem Freiburger Diözesanarchiv eine Filialkirche der Gäustadt.

 

Erstaunlich bleibt die Tatsache, dass in dieser bescheidenen Filialkirche, wohl 1493 aus der Werkstatt Jörg Syrlins des Jüngeren stammend, der „Haslacher Altar" gestanden hat, der sich jetzt im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart befindet. Er zählt zu den wertvollsten Kunstschätzen des Kreises Böblingen.

 

Der Haslacher Altar in geöffnetem Zustand. Der prächtige Altarschrein befand sich einst in der Haslacher Jakobuskirche und steht heute im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart. (Foto: Württ. Landesmuseum Stuttgart)

 

In diesen zeitlichen Rahmen gehört wohl auch die Erwähnung des Haslacher Sühnekreuzes; weder Anlass noch Zeitpunkt seiner Errichtung können mit Sicherheit angegeben werden. Schriftzeichen darauf sind nicht mehr zu entziffern. Es steht an einem Wiesenrain rechts nahe dem Haslacher Weg und dem Talhof kurz vor der zweiten Eisenbahnbrücke. Damit liegt es genau auf der Grenze zwischen Haslacher und Herrenberger Markung, zwischen den Fluren Wagner und Leiblesgrube. Die mündliche Überlieferung berichtet, zwei Schäfer aus den beiden Orten seien miteinander ins Gehege geraten. Einer habe den anderen totgeschlagen; der andere sei an der Eiche beim Roten Meer gehängt worden — man spreche deshalb auch vom „Schäferkreuz".

 



Aktualisiert: 26.12.2011