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"Oh Heimat, bisch du schee!"

Haslach: Volker Mall und Rolf Welz reüssieren im Rathaus - Heimatlied kommt sehr gut an beim Publikum

Die Interessengemeinschaft Haslacher Vereine organisierte für Freitag einen schwäbischen Abend, an dem Volker Mall und Rolf Welz unter dem Motto "Do isch d'Hebamm' nemme schuld" schwäbische Lieder und Texte zu Gehör brachten. Der Erlös des Benefizabends soll der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen zugutekommen


VON SWANTJE GERKING

Vier rote Fäden spannten sich durch den Abend. Da waren einmal die Dialoge von Mauz und Pfeifle, die Rolf Welz zusammen mit dem verstorbenen Manfred Noll für den damaligen Südwestfunk geschrieben hatte. Welz übernahm in Haslach die Rolle des Möchtegern-Intellektuellen Pfeifle, der seinem Gegenüber die Welt erklären will. Mauz erweist sich jedoch als bildungsresistent, aber das mit einer immer wieder überraschenden Mischung aus Witz und Bodenständigkeit, die an die Lachmuskeln geht.

Gerne versteht Volker Mall alias Mauz den Pfeifle anders, als der es beabsichtigt. So beschwert sich Pfeifle, der Lehrer seines Sohnes habe mangelnde Substanz bei seinem Schüler festgestellt und er habe sich dabei "ans Hirn g'langt". Mauz versteht das gar nicht, denn der Junge sei doch ziemlich kräftig und sollte vielleicht mal weniger zu essen bekommen. Auch in den anderen Dialogen bringt Mauz mit seinen Einwürfen und Einwänden Pfeifle in seinen theoretischen Überlegungen über das Vergehen von Zeit oder die Existenzialphilosophie vollkommen durcheinander. Aber Mauz kommt immer wieder zu verblüffend einfachen Schlüssen, die ihn aus der verwirrenden Welt der Philosophie wieder in die Wirklichkeit zurückführen. Mall und Welz lasen die Dialoge zwar ab, interpretierten sie aber lebendig, mit Herz und Augenzwinkern.

Der zweite rote Faden im Programm waren kurze Abrisse aus der Geschichte Haslachs, bei der die Zuhörer im fast vollen Rathaussaal einiges über diverse Gebäude oder Persönlichkeiten erfuhren, aber auch mit Erstaunen zur Kenntnis nahmen, dass es im Jahr 1878 noch fünf Gaststätten in ihrem Dorf gab und dass in Haslach auch Wein angebaut wurde.
Roter Faden Nummer drei waren Gedichte von Sebastian Blau alias Josef Eberle; manche von Welz vorgetragen, manche von Mall mit Klavierbegleitung gesungen. In Blaus Texten gibt es immer wieder kritische Töne, aber er nimmt auch gerne die Schwaben liebevoll auf die Schippe, zum Beispiel in "So isch dr Schwob (oder moint er dass er sei)".

Schwäbische Lieder, von Mall zu ursprünglich englischsprachigen Rock-, Pop oder Jazzsongs getextet, bilden schließlich den vierten roten Faden des Abends. Da wird "As Time Goes By" zu "D'Zeit gaht vorbei" und" The Days of Wine and Roses" zu Däch mit Wein und Rosen". Der größte Erfolg des Abends war das "Haslacher Heimatlied", das der Haslacher Mall komponiert und vor dem begeisterten Publikum zur Uraufführung gebracht hat. Darin ist die Rede von der Schönheit der Heimat, die über den größten Steinbruch im Gäu sowie eine "Handyantenne" verfüge, und deren Bewohner alle so gesund seien, dass sie weder Arzt noch Apotheker brauchten. Und überhaupt gebe es ja einen Bus nach Herrenberg, auch wenn schon um 22 Uhr Schluss sei. Dennoch heißt es im Refrain: "Oh Heimat, bisch du scheel"

Das war offenbar auch die Meinung der Organisatoren des Abends, denn sie baten darum, das Lied als Zugabe noch einmal hören zu dürfen. Eine Bitte, der Mall gerne nachkam. Fazit einer Besucherin: "Das war ein schöner Heimatabend!"


Eine Veranstaltung der Interessengemeinschaft Haslacher Vereine zugunsten der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen.

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