Josef (65) hat die aufmüpfigen Kids von heute satt und macht nach einem letzten Ausrutscher als "Schwammquetscher" Schluss mit dem Lehrerdasein. Aber immer nur daheim bei seiner besseren Hälfte Eliška Trübsal blasen - das geht nicht. Schließlich träumt der rüstige Graubart noch von jungen Dingern in Strapsen. Und einer Aufgabe. Also sucht er einen Job - und landet nach einer spektakulären Pleite als Fahrradkurier an der Leergutannahme eines Supermarkts.
Dort fängt der Schwerenöter an, sich für das Glück seiner Mitmenschen zu interessieren: Er kauft ein für die schrullige Rentnerin von nebenan und versucht, seinen wortkargen Kollegen Schneider alias "Schwätzer" mit einer schwatzhaften Kundin und den glücklosen jungen Mann am Reißwolf mit einer fordernden Geliebten zu verkuppeln. Obendrein setzt er einen guten Kollegen von der Schule auf seine sitzengelassene Tochter an, die ihr Heil bei der Kirche sucht, und bittet deren treulosen Mann um seinen ärztlichen Rat in einer delikaten Sache, sein Liebesleben betreffend. Seine Frau verfolgt sein Treiben mit dem gebotenen Argwohn - so hatte sie sich den gemeinsamen Lebensabend nicht vorgestellt. Ihre Anmerkungen beim Abendbrot und nachts im Bett werden spitzer. Sie ahnt nicht, welche abenteuerlichen Überraschungen ihr noch ins Haus stehen.
==> Pressestimmen
|
Treffpunkt Kino:
"Eine warmherzige Komödie über einen nicht mehr jungen Mann, der das Leben neu entdeckt. Die Fülle bittersüßer Momente von unwiderstehlicher Komik verdankt sich vor allem den großartigen Hauptdarstellern."
Blickpunkt:Film:
"Mal witzig, mal traurig, mal melancholisch, mal nachdenklich, nimmt einen die anrührende Story gefangen. Was an den sorgfältig, lebensnah gezeichneten Figuren liegt."
Abendzeitung, 24. Januar 2008:
"Bisweilen schwankt der Regiestil zwischen lakonischem Minimalismus und Burleske, überlagert Klamauk den stillen Humor, aber der Film hat auch hierzulande das Zeug zum Publikumshit. Denn das Personal ist herrlich skurril, und die Spitzen auf eine altenfeindliche, profitgierige Alltagswelt haben manchmal satirisches Format."
Die Welt, 24. Januar 2008:
"Auch wenn der Film hier und da leicht märchenhafte Züge annimmt, überspannt Zdenek Sverák nie den sentimentalen, dramaturgischen Bogen."
Stuttgarter Zeitung, 24. Januar 2008:
"Mitten im grauen Prager Alltag entspinnt sich so ein wundersames Rentnermärchen, eine knurrige Groteske mit viel Bodenhaftung."
Um wieder das Leben zu führen, das man will, muss man manchmal von vorn beginnen…
Filmstarts.de
Im ersten Moment möchte man meinen, der 1965 geborene Regisseur Jan Sverák sei eigentlich noch zu jung, um einen Film über das Alter zu drehen. Doch genau wie bei „Volksschule“ und „Kolya“ hat auch für „Leergut“ Jans Vater, die tschechische Schauspiel-Legende und Josef-Darsteller Zdenek Sverák, das Drehbuch verfasst. Und dieser weiß ganz offensichtlich, wovon er schreibt. Denn wo sowohl Hollywood (Das Beste kommt zum Schluss, Alan Arkins Rolle in Little Miss Sunshine) als auch Europas Filmindustrie (Die Herbstzeitlosen, „Jetzt oder nie – Zeit ist Geld“) sich mit alten Menschen und ihren Wünsche am liebsten in verniedlichter oder schrulliger Form auseinandersetzen, ist Zdeneks Skript einfach ehrlich: Obwohl sich der Film schlussendlich das Prädikat „leichtfüßige Komödie“ verdient, wird hier keineswegs ein oberflächlicher, glattgebügelter Held präsentiert. Josef hat echte Ecken und Kanten – und zwar keine kalkuliert skurrilen, die ihn für das Publikum eh nur noch liebenswürdiger machen würden.
Diese Ungeschliffenheit fängt schon damit an, dass Jakob seine Frau, mit der er seit Ewigkeiten verheiratet ist, regelmäßig und hemmungslos betrügt. Die meisten Filme mit einem solchen Storyelement würden es sich einfach machen und die Frau einfach als nerviges Scheusal hinstellen – damit wären die Sympathien der Zuschauer wieder gesichert. Doch Eliska ist weder nervig noch ein Scheusal, sie ist vielmehr in jeder Hinsicht liebenswürdig. So hat Jakob, der Held einer leichten Komödie, schon nach wenigen Szenen beim Publikum erstmal verschissen – ein mutiger, unkonventioneller Schritt, der sich auszahlt. Dazu kommen dann noch die sexuellen Phantasien. Sicherlich sind die Filmemacher nicht gleich so weit gegangen, Jakob von dreckigen Darkrooms schwärmen zu lassen, aber für eine an das große Publikum gerichtete Komödie haben es die feuchten Träume von Frauen in Strapsen in einem Bahnabteil durchaus in sich. Obwohl es sich von der Dramaturgie her eigentlich um eine „stinknormale“ Komödie handelt, ist „Leergut“ dank seines ambivalenten Helden so doch ein ungewöhnlich reifer Film geworden, der trotz seines hohen Unterhaltungswerts auch dahin geht, wo es weh tut.
Fazit: Jan Sverák ist ein würdiger Abschluss seiner Lebensalter-Trilogie geglückt. „Leergut“ ist eine sympathische Komödie abseits aller Alte-Leute-Klischees, die auch nicht davor zurück schreckt, ihren Protagonisten hin und wieder mal in einem gar nicht sympathischen Licht erscheinen zu lassen.
==> Pressestimmen ausblenden
|